Mental Health

Insights Webinar "TOO MUCH" mit Prof. Eva Asselmann

Uns gehts immer besser - trotzdem sind wie immer gestresster. Warum? Insights und Erkenntnisse aus dem Webinar „TOO MUCH“ von Prof. Dr. Eva Asselmann.

Dr. med. Beatus Buchzik
June 24, 2026
Lesezeit:
ca. 4-5 Minuten

Eigentlich müssten wir heute entspannter leben als frühere Generationen: Wir arbeiten weniger, leben komfortabler und haben unzählige technische Hilfsmittel. Trotzdem fühlen sich viele Menschen gestresst, überfordert und ständig unter Druck. Und das mit steigender Tendenz. 

Woran liegt das?

Dieser Frage widmete sich die Psychologin und Autorin Prof. Dr. Eva Asselmann in unserem kaer Mental Health Webinar „TOO MUCH“. Ihre zentrale Erkenntnis: Nicht unbedingt die Menge der Aufgaben belastet uns, sondern die Geschwindigkeit, Komplexität und Unsicherheit unseres modernen Lebens.

Unser Alltag wird immer schneller, digitaler und reizintensiver. Social Media, ständige Erreichbarkeit und unzählige Wahlmöglichkeiten erhöhen den mentalen Druck. Gleichzeitig fällt es vielen Menschen schwer, abzuschalten oder das Gefühl zu entwickeln, den Anforderungen gewachsen zu sein.

Hilfreich sind deshalb bewusste Pausen, klare Prioritäten, Perspektivenwechsel und die Stärkung der eigenen Selbstwirksamkeit.

Warum fühlen wir uns so gestresst?

Obwohl unser Leben objektiv komfortabler geworden ist, nehmen psychische Belastungen und Burnout-Fälle seit Jahren zu. Ein Grund dafür ist die zunehmende Beschleunigung unseres Alltags. Informationen, Nachrichten und Aufgaben erreichen uns rund um die Uhr. Das Gehirn bekommt immer weniger Zeit zur Erholung.

Hinzu kommt der Vergleichsdruck durch soziale Medien. Dort sehen wir meist nur die Erfolge und Highlights anderer Menschen. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, selbst nicht genug zu leisten oder ständig hinterherzuhinken.

Auch die Vielzahl an Möglichkeiten kann belasten. Studien zeigen, dass Menschen Entscheidungen oft leichter treffen, wenn sie weniger Auswahl haben. Zu viele Optionen führen dagegen häufiger zu Unsicherheit und der Angst, sich falsch zu entscheiden.

Die Rolle von Social Media

Social Media nutzt psychologische Mechanismen, die uns immer wieder zurück auf die Plattformen ziehen. Likes, Kommentare oder neue Inhalte erscheinen unvorhersehbar – genau das macht sie besonders attraktiv.

Hier wird vom sog. Zeigarnik- Effekt gesprochen. Dieser besagt, dass unser Gehirn unerledigte Dinge nicht loslassen kann und sie weiterhin Energie ziehen. Social Media und Messenger erzeugen permanent solche mentalen "offenen Schleifen". Genau dieser Zeigarnik-Effekt drängt uns dann immer wieder zurück auf die Plattform, um diese offenen Aufgaben endlich "abzuschließen" und innere Ruhe zu finden.

In ihrem Buch “TOO MUCH” betont Prof. Dr. Eva Asselmann, dass soziale Medien unseren natürlichen Vergleichsdrang toxisch verzerren, da wir unseren echten Alltag mit globalen, gefilterten Scheinwelten vergleichen. Weil unser Gehirn diese makellosen Bilder für die Realität hält, fühlen wir uns schnell klein und unzulänglich. Um dieses Gefühl der Ohnmacht zu bekämpfen, flüchten wir in einen erschöpfenden Selbstoptimierungszwang, der selbst Schlaf und Gesundheit permanent vermisst.

Für die Generation Z hat das fatale Folgen: Die ständige Konfrontation mit dem stummen Befehl, „nie genug zu sein“, hat Stresssymptome und psychische Erkrankungen drastisch in die Höhe getrieben. So fühlt sich heute jeder Vierte der Gen Z massiv überfordert, da der endlose digitale Wettbewerb erschöpft und den eigenen Selbstwert untergräbt.

Was hilft gegen das „Too Much“-Gefühl?

Prof. Dr. Eva Asselmann betont vier wichtige Ansätze:

1. Pausen machen
Kurze Unterbrechungen, bewusste Atemzüge oder ein kurzer Spaziergang helfen dabei, neue Energie zu sammeln.

2. Prioritäten setzen
Nicht alles ist gleich wichtig. Aufgaben zu sortieren und bewusst Schwerpunkte zu setzen entlastet den Kopf.

3. Abstand gewinnen
Ein Perspektivwechsel hilft oft: Wie wichtig wird dieses Problem in einem Jahr noch sein?

4. Selbstwirksamkeit stärken
Wer das Gefühl hat, Herausforderungen bewältigen zu können, erlebt weniger Stress. Selbstwirksamkeit lässt sich durch Lernen, Erfahrungen und positive Vorbilder stärken.

Warum Führungskräfte wichtig sind

Auch Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle, denn sie prägen die Unternehmenskultur und beeinflussen maßgeblich, wie offen Teams mit Fehlern, Unsicherheiten und Belastungen umgehen.

Besonders wichtig ist dabei die psychologische Sicherheit – eine Arbeitskultur, in der Mitarbeitende ihre Gedanken offen äußern, Fragen stellen, Fehler zugeben und auch unfertige Ideen teilen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Wo Menschen sich sicher fühlen, entwickeln sie häufiger eigene Ideen, übernehmen Verantwortung und bringen sich aktiver ein.

Psychologische Sicherheit entsteht dabei vor allem durch gegenseitige Unterstützung, Vertrauen und wertschätzende Rückmeldungen. Sie bildet damit eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit und dafür, dass Menschen ihr Potenzial entfalten können.

Genau hier setzen auch moderne betriebliche Gesundheitsangebote von kaer an, die Führungskräfte und Mitarbeitende dabei unterstützen, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen und wirksam damit umzugehen.

Inhaltsverzeichnis

Fazit

Das Gefühl von „Too Much“ entsteht nicht nur durch zu viele Aufgaben, sondern vor allem durch die Geschwindigkeit und Komplexität unserer modernen Welt. Wer regelmäßig Pausen einlegt, Prioritäten setzt, Abstand gewinnt und seine Selbstwirksamkeit stärkt, kann Belastungen besser bewältigen.

Lesetipp: Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet im Buch Too Much von Prof. Dr. Eva Asselmann weitere spannende Einblicke und praktische Impulse. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich.

Unsere Partner

Unsere Partner

AriseHealth logoOE logo2020INC logoThe Paak logoEphicient logo

Schreib uns

Möchtest du dich um die Gesundheit deiner Kollegen kümmern? Wir helfen dir. Schreib uns eine kurze Nachricht und wir setzen uns so schnell wie möglich mit dir in Verbindung.

Dein Ansprechpartner

Danke! Wir werden uns in Kürze bei dir melden.
Oops! Etwas ist schief gegangen. Bitte versuche es erneut.

Mehr erfahren?

Diese Lösungen bieten wir auch.

Arbeitsmedizin

Arbeitsmedizinische Vorsorge und Förderung für dich und deine Kollegen.

Arbeitssicherheit

Gefahren und Unfälle am Arbeitsplatz vermeiden.

Physical Health

Rücken- und physische Gesundheit. Der Hauptursache für Fehlzeiten vorbeugen.

Mental Health

Mentale Gesundheit und Zufriedenheit fördern.

Arbeitsmedizin

Arbeitsmedizinische Vorsorge und Förderung für dich und deine Kollegen.

Arbeitssicherheit

Gefahren und Unfälle am Arbeitsplatz vermeiden.

Mental Health

Mentale Gesundheit und Zufriedenheit fördern.

Physical Health

Rücken- und physische Gesundheit. Der Hauptursache für Fehlzeiten vorbeugen.