Die Infektionssaison erhöht das Risiko für Krankheitsausfälle. So beugen Unternehmen Ansteckungen im Betrieb wirksam vor.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit nehmen Atemwegsinfektionen deutlich zu. Erkältungen und Grippe gehören zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten im Betrieb. Wirksame Prävention bedeutet, früh anzusetzen: durch eine gute Raumluft, klare Regeln gegen Arbeiten trotz Krankheit und Maßnahmen, die das Immunsystem der Beschäftigten stärken.
Akute Atemwegserkrankungen gehören laut dem Robert Koch-Institut (RKI) in den Wintermonaten zu den häufigsten Ursachen für kurzfristige Arbeitsunfähigkeiten.[1]
In Zeiten hoher Infektionszahlen können Ausfälle von bis zu 30 Krankheitstagen je 100 Beschäftigten pro Woche auftreten – mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen und Volkswirtschaft.[1]
Ein häufig unterschätztes Problem ist der sogenannte Präsentismus: Beschäftigte kommen trotz Krankheit zur Arbeit. Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigen, dass dies nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit deutlich verringert, sondern auch das Risiko erhöht, Kolleginnen und Kollegen anzustecken.[4]
Ein wirksamer Infektionsschutz setzt deshalb auf mehr als reine Hygieneregeln. Entscheidend sind konkrete Präventionsmaßnahmen, wie eine gute Raumluftqualität mit einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 %, um die Ausbreitung infektiöser Aerosole zu reduzieren.[2]
Ebenso wichtig ist eine Unternehmenskultur, die Beschäftigte darin unterstützt, bei Krankheit zu Hause zu bleiben, anstatt krank zur Arbeit zu kommen. Darüber hinaus trägt die Förderung der psychischen Gesundheit zur Stärkung des Immunsystems bei, denn anhaltender Stress kann die körpereigene Abwehr nachweislich beeinträchtigen.[3]
Krankheitswellen im Büro entstehen nur selten allein durch mangelnde Handhygiene. Häufig spielen sowohl die Arbeitsumgebung als auch das Verhalten im Unternehmen eine entscheidende Rolle. Um Infektionen wirksam vorzubeugen, ist es wichtig zu verstehen, wie sich Krankheitserreger im Arbeitsalltag verbreiten und welche Faktoren das Immunsystem der Beschäftigten, insbesondere in den Wintermonaten, zusätzlich belasten.
Trockene Heizungsluft: Warum sie Infektionen begünstigt
In den Wintermonaten verbringen Menschen den Großteil ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. Gleichzeitig sorgt die Heizung häufig dafür, dass die relative Luftfeuchtigkeit auf unter 30 % sinkt. Das kann die Ausbreitung von Atemwegsinfektionen auf zwei Arten begünstigen:
Aerosole bleiben länger in der Luft
Beim Atmen, Sprechen oder Husten entstehen Tröpfchen, die Krankheitserreger enthalten können. In trockener Luft verdunsten diese Tröpfchen besonders schnell und werden zu feinen Aerosolen. Diese schweben deutlich länger in der Raumluft und können sich so leichter im Raum verteilen.[2]
Die Schleimhäute verlieren ihre Schutzfunktion
Die Schleimhäute in Nase und Rachen bilden eine wichtige Barriere gegen Krankheitserreger. Mithilfe feiner Flimmerhärchen werden Viren und andere Partikel kontinuierlich aus den Atemwegen transportiert. Ist die Luft jedoch zu trocken, trocknen die Schleimhäute aus und dieser natürliche Reinigungsmechanismus funktioniert weniger effektiv.[2]
Wusstest Du schon?
Studien zeigen, dass sich Viren bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 % schlechter verbreiten als in sehr trockener Raumluft. Ein ausgewogenes Raumklima kann daher einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz leisten.[2]
Was Unternehmen tun können
Ein wirksamer Infektionsschutz beginnt bei der Raumluft. Regelmäßiges Stoßlüften, CO₂-Ampeln in Besprechungsräumen und, bei Bedarf, Luftbefeuchter können helfen, die Luftqualität zu verbessern und eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 % zu erreichen. So lassen sich sowohl die Konzentration infektiöser Aerosole als auch die Belastung der Schleimhäute reduzieren.
Darüber hinaus können betriebliche Impfangebote einen wichtigen Beitrag zur Infektionsprävention leisten. Saisonale Schutzimpfungen – insbesondere gegen Influenza – gehören zu den wirksamsten Maßnahmen, um das Risiko schwerer Atemwegsinfektionen und krankheitsbedingter Ausfälle zu verringern. Impfangebote direkt im Unternehmen erleichtern Beschäftigten den Zugang und können die Impfbereitschaft erhöhen.[5]
Wer krank zur Arbeit kommt, zeigt damit zwar häufig Engagement, erhöht jedoch gleichzeitig das Risiko für das gesamte Team. Dieses Verhalten wird als Präsentismus bezeichnet und kann erhebliche Folgen für Unternehmen haben. Neben einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, Kolleginnen und Kollegen anzustecken.[4]
Studien zeigen, dass Präsentismus erhebliche wirtschaftliche Kosten verursacht und in vielen Fällen sogar größere Auswirkungen haben kann als krankheitsbedingte Fehlzeiten.[4]
Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) weist darauf hin, dass sich Infektionen am Arbeitsplatz schnell ausbreiten und dadurch ganze Teams oder Arbeitsbereiche betroffen sein können.[3]
Deshalb ist es wichtig, eine Unternehmenskultur zu fördern, in der Beschäftigte bei Krankheit zu Hause bleiben können, ohne Nachteile oder ein schlechtes Gewissen befürchten zu müssen. Das schützt nicht nur die Gesundheit der Einzelnen, sondern trägt auch dazu bei, Ausfälle im gesamten Betrieb zu vermeiden.
Eine wirksame Prävention beginnt mit einer klaren Unternehmenskultur. Beschäftigte mit akuten Symptomen einer Atemwegsinfektion sollten, soweit möglich, nicht im Büro arbeiten, um das Risiko einer Ansteckung im Team zu verringern. Führungskräfte haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion und sollten dieses Verhalten selbst konsequent vorleben. Wo die Tätigkeit es zulässt, kann Homeoffice bei leichten Erkältungssymptomen eine sinnvolle Lösung sein. So bleiben arbeitsfähige Beschäftigte einsatzfähig, während gleichzeitig das Infektionsrisiko für Kolleginnen und Kollegen reduziert wird.
Die Infektionssaison stellt Unternehmen jedes Jahr vor besondere Herausforderungen. Ein wirksamer Infektionsschutz geht dabei weit über Handhygiene hinaus. Gute Raumluft, eine Unternehmenskultur, die Arbeiten trotz Krankheit vermeidet, saisonale Impfangebote sowie klare Präventionsmaßnahmen tragen entscheidend dazu bei, Infektionsketten zu unterbrechen und krankheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren.
kaer unterstützt Unternehmen dabei mit betriebsmedizinischen Impfangeboten. Bei Interesse oder Fragen zu unserem Impfangebot freuen wir uns über eine Nachricht an service@kaerhealth.com
[1] Robert Koch-Institut (RKI). (2026). ARE-Wochenberichte – Akute respiratorische Erkrankungen: Epidemiologische Überwachung in Deutschland. RKI-Fachportal. https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Akute-respiratorische-Erkrankungen/ARE-Bericht/are-bericht-node.html
[2] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). (2024). Evidenzbasierte Schutzmaßnahmen – Infektionsschutz und Aerosoldynamik am Arbeitsplatz. BAuA-Forschungsberichte. https://www.baua.de/DE/Forschung/Schwerpunkt-Infektionsschutz-Arbeitsschutz/Schutzmassnahmen
[3] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). (2024). Gut geschützt vor Infektionen am Arbeitsplatz: Handlungshilfen für Arbeitgeber. DGUV-Presseportal. https://dguv.de/de/mediencenter/pm/pressemitteilung_592384.jsp
[4] Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). (2020). Stressreport Deutschland: Auswirkungen von psychischer Arbeitsbelastung und Präsentismus auf die Immunabwehr. BAuA-Publikationen. https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/Stressreport-2019.html
[5] Robert Koch-Institut (RKI). (2025). Häufig gestellte Fragen zur Influenza-Impfung: Impfempfehlungen und Wirksamkeit. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Influenza/FAQ_Liste_Impfempfehlung.html
*Die Inhalte dieses Beitrages wurden mit Hilfe von KI erstellt*
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