Arbeitssicherheit

Brandgefahr im Sommer

Sommerhitze erhöht die betriebliche Brandgefahr. Schützen Sie Akkus, lagern Sie Gefahrstoffe kühl und unterweisen Sie Mitarbeiter für den Ernstfall.

Christopher Korzin
June 24, 2026
Lesezeit:
ca. 4-5 Minuten

Sommerliche Hitze und Trockenheit belasten die Belegschaft und lassen das betriebliche Brandrisiko drastisch steigen. Da ausgetrocknete Materialien und überhitzte Geräte schnell verheerende Entstehungsbrände auslösen können, ist sommerlicher Brandschutz ein essenzieller Bestandteil der Arbeitssicherheit. Dieser Beitrag analysiert die primären Risikofaktoren und zeigt konkrete organisatorische sowie technische Präventionsmaßnahmen auf.

Die sommerliche Brandgefahr in Betrieben resultiert primär aus der physikalischen Austrocknung von Materialien und der thermischen Überlastung technischer Komponenten. Kritische Risikofaktoren wie unsachgemäß gelagerte Lithium-Ionen-Akkus, Heißarbeiten und unachtsames Verhalten im Außenbereich verlangen nach gezielten Gegenmaßnahmen. Durch die Umsetzung organisatorischer Anpassungen – wie der Kühlung von Ladezonen, der täglichen Entsorgung von Verpackungsabfällen und der Einrichtung sicherer Raucherbereiche – können Entstehungsbrände effektiv verhindert werden. Im Schadensfall sichert das strikte Einhalten der Rettungskette (Alarmieren, Retten, Löschen) die Schadensbegrenzung.

Primäre betriebliche Risikofaktoren

Sommerliche Brände entstehen meist durch thermische Vorbelastung in Kombination mit technischem Versagen oder menschlichem Fehlverhalten:

  • Lithium-Ionen-Akkus: Außerhalb ihres Betriebsbereichs (0 °C bis 45 °C) droht ab 60 °C bis 80 °C die Zerstörung des Separators. Dies führt zum thermischen Durchgehen (Thermal Runaway) mit explosionsartigen Bränden.[1]
  • Fahrlässigkeit im Außenbereich: Zigarettenreste oder der Brennglas-Effekt durch weggeworfenes Glas überschreiten schnell die Zündtemperatur von Gras (250 °C) oder Papier (230 °C). [2]
  • Heißarbeiten: Funken beim Schweißen oder Trennschleifen (bis zu 1.200 °C) fliegen über 10 Meter weit und lösen unbemerkt Glimmbrände auf ausgetrockneten Flächen aus. [3]

Präventionsmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip

Zur Risikominimierung müssen folgende Sicherheitsvorgaben im Betrieb umgesetzt werden, bei deren Konzeption und Überwachung kaer Unternehmen als externer Partner unterstützt: [4]

  • Ladezonen für Akkus: Laden nur in schattigen, belüfteten Innenräumen mit mindestens 2,5 Metern Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien.
  • Lagermanagement: Verpackungen und Paletten täglich aus Produktionsbereichen entfernen. Außencontainer geschlossen und mit mindestens 5 Metern Abstand zur Fassade aufstellen.
  • Raucherbereiche: Rauchen nur auf vegetationsfreien, gepflasterten Flächen erlauben und selbstlöschende Metall-Ascher bereitstellen.
  • Instandhaltung & Brandwache: Schaltschränke mittels Infrarotkameras auf Hotspots prüfen. Die Brandwache bei Heißarbeiten im Freien auf 2 bis 4 Stunden verlängern.

Verhalten im Ernstfall

(Rettungskette nach ASR A2.2) [5]

Sollte es dennoch zu einem Entstehungsbrand kommen, schützt schnelles Handeln Leben und Betriebsanlagen. kaer bietet hierzu die rechtlich vorgeschriebenen Ausbildungen für Beschäftigte an:

  1. Alarmieren: Brandmelder betätigen und Notruf 112 absetzen.
  2. Menschen retten: Kollegen warnen, Gebäude über Fluchtwege verlassen, Sammelstelle aufsuchen.
  3. Brand bekämpfen: Löschversuch nur ohne Eigengefährdung durchführen. Bei elektrischen Anlagen CO₂-Löscher verwenden.
  4. Einsatzkräfte einweisen: Feuerwehr empfangen und notwendige Informationen (Zugangswege, Gefahrstoffblätter) übergeben.

Inhaltsverzeichnis

Fazit

Brandschutz im Sommer erfordert kein neues System, sondern die saisonale Anpassung bestehender Routinen. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet (gemäß ArbSchG und ASR A2.2), die Gefährdungsbeurteilung bei extremen Hitzeperioden zu aktualisieren. Einfache präventive Maßnahmen schützen Beschäftigte, sichern die Gebäudesubstanz und erhalten die Arbeitsfähigkeit. Als starker Partner unterstützt kaer Betriebe hierbei aktiv und bietet die entsprechende Ausbildung zum Brandschutzhelfer an.

Quellen

[1] VdS Schadenverhütung GmbH. (2019) Publikation der deutschen Versicherer (GDV e.V.) zur Schadenverhütung: Lithium- Batterien https://vds.de/fileadmin/Website_Content_Images/VdS_Publikationen/vds_3103_web.pdf

[2] & [4] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. (2019). Betrieblicher Brandschutz in der Praxis (DGUV Information 205-001). https://www.bghm.de/fileadmin/user_upload/Arbeitsschuetzer/Gesetze_Vorschriften/Informationen/205-001.pdf

[3] Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. (2006). Betreiben von Arbeitsmitteln (DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.26: Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren). https://publikationen.dguv.de

[5] Bundesministerium für Arbeit und Soziales. (2022). Technische Regeln für Arbeitsstätten: Maßnahmen gegen Brände (ASR A2.2). https://www.baua.de/DE/Angebote/Regelwerk/ASR/ASR

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